Der Rat der Stadt Marienmünster hat den Weg für ein „kleines Freiraum-ISEK“ für den Ortskern Vörden freigemacht. Damit sollen wichtige Bereiche in Vörden aufgewertet, attraktiver gestaltet und gleichzeitig Fördermöglichkeiten des Landes genutzt werden.
Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept – kurz ISEK – begleitet die Stadt Marienmünster bereits seit mehreren Jahren. Ziel war und ist es, den Ortskern nachhaltig weiterzuentwickeln und städtebauliche Defizite Schritt für Schritt zu beseitigen.
Nachdem die ursprünglich geplante große Lösung unter anderem mit der Umnutzung des ehemaligen Gasthofes Weber vom Land und der Bezirksregierung nicht mitgetragen wurde, hat sich nun eine neue Möglichkeit ergeben: ein deutlich kleineres und finanziell überschaubareres Freiraum-ISEK.
Was soll konkret gemacht werden?
Im Mittelpunkt stehen drei Maßnahmen, von denen die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar profitieren können:
Der Eichenhain soll aufgewertet werden
Der Eichenhain ist ein prägender Freiraum im Ortskern von Vörden. Durch eine gezielte Aufwertung soll dieser Bereich attraktiver und besser nutzbar werden.
Dabei geht es nicht nur um ein schöneres Erscheinungsbild. Freiräume und Grünflächen gewinnen für die Lebensqualität eines Ortes zunehmend an Bedeutung. Sie bieten Möglichkeiten zum Aufenthalt, zur Begegnung und Erholung und tragen gleichzeitig zu einem angenehmeren Ortsklima bei.
Die Amtsstraße soll attraktiver und besser geordnet werden
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Seitenbereichen der Amtsstraße. Hier soll der öffentliche Raum neu geordnet und aufgewertet werden.
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei der Abriss des abgängigen Gebäudes Amtsstraße 5. Die Stadt hat das Gebäude inzwischen erworben. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für die Gestaltung dieses Bereichs und für eine sinnvolle Neuordnung des öffentlichen Raumes.
Das Ziel ist ein Ortskern, der übersichtlicher, attraktiver und funktionaler wird und bei dem sich Fußgängerinnen und Fußgänger ebenso wie Anwohner und Besucher wohler fühlen können.
Das Naherholungsgebiet Stauweiher/Hogge soll verbessert werden
Auch das Naherholungsgebiet Stauweiher/Hogge soll aufgewertet werden.
Damit wird ein Bereich in den Mittelpunkt gerückt, der für Freizeit, Erholung und die Aufenthaltsqualität in Vörden eine wichtige Rolle spielt. Die geplanten Maßnahmen sollen dazu beitragen, vorhandene Freiräume besser zu nutzen und langfristig attraktiver zu gestalten.
Weniger Umfang – aber mehr Realisierbarkeit
Ein entscheidender Vorteil des neuen Ansatzes liegt in der deutlich geringeren Größenordnung.
Durch den Wegfall der ursprünglich vorgesehenen Gemeinbedarfseinrichtung reduziert sich das bisher angenommene Investitionsvolumen von rund 4,9 Millionen Euro auf etwa 2,5 Millionen Euro.
Wichtig ist dabei: Bei den genannten Beträgen handelt es sich zunächst um grobe Kostenschätzungen. Die tatsächlichen Kosten werden im weiteren Verfahren konkret ermittelt und dem Rat vorgestellt. Auch mögliche Preisentwicklungen und Anpassungen der einzelnen Maßnahmen müssen berücksichtigt werden.
Für die CDU ist entscheidend: Ein kleinerer Schritt, der tatsächlich umgesetzt werden kann, ist besser als ein großes Konzept, das an den Förderbedingungen scheitert.
Was bedeutet das für das Gasthaus Weber?
Auch dieser Punkt ist wichtig.
Die bisher vorgesehene Nutzung des ehemaligen Gasthofes Weber als Gemeinbedarfseinrichtung ist zunächst nicht Bestandteil des kleinen Freiraum-ISEK.
Gleichzeitig wird diese Frage nicht endgültig entschieden. Nach dem derzeit vorgesehenen Verfahren besteht die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt ergebnisoffen zu prüfen, ob und in welcher Form eine weitere Maßnahme – beispielsweise eine Gemeinbedarfseinrichtung – in das ISEK aufgenommen werden kann.
Damit wird nichts vorweggenommen. Vielmehr erhält die Stadt die Möglichkeit, zunächst die förderfähigen und kurzfristig realisierbaren Maßnahmen umzusetzen und gleichzeitig die weitere Entwicklung offen zu halten.
Warum ist die Antragstellung jetzt sinnvoll?
Die Stadt hat bereits erhebliche planerische und finanzielle Vorleistungen für das ISEK erbracht. Ein großer Teil der notwendigen Planungsarbeiten ist bereits erfolgt.
Mit dem nun möglichen kleineren Konzept besteht die Chance,
• die bereits geleistete Arbeit zu nutzen,
• konkrete Verbesserungen in Vörden umzusetzen,
• Fördermittel des Landes für die Stadtentwicklung zu beantragen,
• den finanziellen Umfang deutlich zu reduzieren und
• gleichzeitig weitere Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft offenzuhalten.
Die Antragstellung für das Städtebauförderprogramm 2027 muss bis zum 30. Oktober 2026 vorbereitet werden. Der Rat hat deshalb die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit dem Büro DSK die entsprechenden Unterlagen auszuarbeiten.
Eine Chance für Vörden
Das „kleine Freiraum-ISEK“ ist kein fertiges Endergebnis für die Entwicklung Vördens. Es ist vielmehr ein realistischer und finanzierbarer erster Schritt.
Gerade deshalb ist es sinnvoll, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich jetzt ergeben. Mit der Aufwertung des Eichenhains, der Amtsstraße und des Naherholungsgebietes Stauweiher/Hogge können sichtbare Verbesserungen geschaffen werden, die Vörden attraktiver und lebenswerter machen.
Gleichzeitig bleibt genügend Raum, um die weitere Entwicklung des Ortskerns mit Blick auf die kommenden Jahre sorgfältig zu beraten.
Die CDU Marienmünster begrüßt deshalb den eingeschlagenen Weg: Nicht alles auf einmal versprechen, sondern das Machbare umsetzen, Fördermöglichkeiten nutzen und die Entwicklung von Vörden Schritt für Schritt voranbringen.



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